QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Lennard Rosar: Wikinger mit guter Laune

Eigentlich ist er ja ein ganz lieber. Einer, der keiner Fliege was zu leide tun kann. Einer, der sich mit einem Lächeln auf dem Gesicht durch den Dschungel des Finanzamts schlägt, sich eine Reinkarnation als Golden Retriever vorstellen kann und offen sein Faible für „Shopping Queen“ zugibt. Und einer, der angeblich dank seiner Tätowierungen und der langen Mähne oft falsch eingeschätzt wird. Dabei sieht Lennard Rosar gar nicht so wild aus. Aber gut, nur so funktioniert sein erstes Solo-Programm, das er nun auch im Pantheon gespielt hat. In diesem bringt er nämlich den inneren Wikinger unter Kontrolle – und lässt stattdessen (getreu dem Programmtitel) die „Schildmaid“ heraus.

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Crossroads: Ein trügerischer Name

Auf den letzten Abend des WDR Rockpalast Crossroads-Festivals haben vor allem die Stammgäste schon gewartet. Nicht, weil sie das Ende dieser Ausgabe herbeisehnen, in der es neben vereinzelten Glanzpunkten auch die ein oder andere herbe Enttäuschung gab, sondern weil an diesem Samstag die Band mit dem wahrscheinlich skurrilsten Namen in der Crossroads-Geschichte ihre Aufwartung machen sollte. Was für Musik kann man schon von einem Trio namens Acht Eimer Hühnerherzen erwarten? Irgendetwas Unappetitliches? Irgendetwas Verrücktes? Deutschsprachiger Metalcore vielleicht? Nein: Beschrieben wird sie als halbakustischer Nylon-Punk mit „Powerviolence-Folk, Kakophonie und Bindungsangst.“ Was auch nicht sonderlich erhellend ist. Auf jeden Fall haben sich Einige aus dem Publikum nur wegen des Namens ein Ticket gekauft. Und wurden nicht enttäuscht.

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Crossroads: Himmelhochjauchzend und zu Tode enttäuscht

Ein Doppelkonzert mit zwei sich ergänzenden Bands ist beim Crossroads-Festival des WDR Rockpalasts üblich, doch mitunter setzen die Veranstalter auch auf Kontraste. So ausgeprägt wie bei der ersten 2025er-Ausgabe waren die Unterschiede allerdings noch nie spürbar. So ungewollt erst recht nicht. Denn während Botticelli Baby mit ihrer wilden Mischung aus Punk, Jazz, Swing und Balkan-Brass alles richtig machten, perfekt aufeinander abgestimmt sind und jeden Ton treffen, erweist sich der Auftritt von Philine Sonny als absolutes Desaster. Die junge Musikerin und ihre Bandkollegen sind schlichtweg überfordert – und ziehen das Leid noch nur in die Länge.

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Crossroads: Gegen den Strich gebürstet

Der zweite Abend des aktuellen Crossroads-Festivals in der Harmonie ist fest in der Hand von Indie-Bands mit Haltung. Bands, die sich nicht anpassen wollen. Die nicht kuschen, sich nicht anbiedern. Und die trotzdem weit voneinander entfernt sind. Auf der einen Seite die junge, aufstrebende queere Musikerin Mina Richman, die mit einer Wahnsinns-Soul-Rockstimme, einem wuchtigen Sound und viel Leidenschaft wahrscheinlich jede Menge euphorisieren kann, auf der anderen die Sterne, ihres Zeichens Veteranen der so genannten Hamburger Schule und Pfleger eines ganz eigenwilligen Sounds, der manchmal altbacken und eintönig klingt und dann doch wieder mehr Facetten aufweist, als man zunächst gedacht hätte. Eine interessante Mischung, so wie man sie bei Crossroads häufig geboten bekommt, die aber letztlich auf eines hinausläuft: In der ersten Hälfte des Abends kann man Fan werden. In der zweiten höchstens Fan bleiben.

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Crossroads: Melancholie und Morphium

Seit jeher ist das Crossroads-Festival des WDR Rockpalasts, das zweimal im Jahr in der Harmonie aufgezeichnet wird, ein Format zum Entdecken. Zwar sind im Laufe der Zeit auch einige berühmte Künstlerinnen und Künstler nach Endenich gekommen, die Mehrheit war aber nur Eingeweihten bekannt und hoffte durch den TV-Auftritt auf einen Popularitätsschub. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn Peter Flore, der neue Chef der Musiksendung, Crossroads weiterentwickeln, verjüngen und vor allem für andere Genres öffnen will. Gerade läuft in der Harmonie die erste Staffel unter seiner Regie, und schon der erste Abend zeigt, wie spannend die Neuausrichtung sein kann. Auch wenn sie vielleicht nicht jedem gefällt.

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