Jupiter & Okwess: Nahrung für die Seele

Sonderlich viel Deutsch ist nicht hängen geblieben bei Jean-Pierre Bokondji alias Jupiter. Dabei ist er doch hierzulande aufgewachsen, als Diplomatensohn in Ost-Berlin, damals in den 60er und 70er Jahren. Aber nach mehr als 45 Jahren sind die Sprachkenntnisse „kaputt“, wie Jupiter lachend während des kurzen Interviews gesteht, das der Kongolese unmittelbar vor seinem „Over the Border“-Auftritt im Pantheon gibt. „Neger“, das kann er noch sagen, „Neger“, wie er damals von den Menschen auf der Straße bezeichnet wurde und wie er ein paar Jahre später seine erste Band nannte, in der die Musik seiner Heimat mit europäischem Rock fusionierte. Ja, Grenzen hat Jupiter schon zu jener Zeit nur zu gerne überschritten, und zwar teilweise wörtlich. „Wir lebten im Osten, aber meine Schule war in West-Berlin“, erzählt er. „Es war schon ironisch, dass ich als ’Neger’ die Mauer passieren durfte, während die Bürgerinnen und Bürger der DDR abgewiesen wurden.“

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Božo Vrećo: Eine schillernde Persönlichkeit

Was für eine Stimme, was für eine Performance, was für eine Ausstrahlung: Božo Vrećo ist schon ein ganz besonderer Mensch bosnischer Herkunft, einer, der die traditionelle Sevdalinka meisterhaft zu singen versteht, in der die Schwermut eigentlich eine ähnliche Bedeutung besitzt wie im Fado die Saudade. Nur dass Vrećo als nichtbinäre Persönlichkeit die melancholischen Elemente durch unbändige positive Energie ersetzt, um die Harmonik und Rhythmik der bosniakischen Musik neu zu befeuern. „Sevdah ist Freiheit, Liebe und Mut“, hat Vrećo im vergangenen Jahr in einem Interview mit dem queren Magazin Siegessäule betont – und jetzt bei einem Konzert im Pantheon bewiesen, dass es sich dabei nicht etwa um Worthülsen handelt. Sondern um Leitlinien für eine beeindruckende Künstlerkarriere.

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VORBERICHT: „Draußen“ am Comedia Theater

Draußen: Ist das Freiheit oder Ausgrenzung, bedrohliche Weite oder Rückzugsort? Und wie sieht es umgekehrt drinnen aus? Ist man dort in oder out, eingepfercht oder in Sicherheit? Das alles sind Fragen, die direkt oder indirekt während einer Performance thematisiert werden, die die beiden Schauspielerinnen Leona Blank und Teresa Townsend zusammen mit zehn jungen Frauen zwischen 16 und 22 für ein Projekt des Comedia Theaters erarbeiten. Im Mittelpunkt steht der Versuch, die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Raum zu skizzieren – und eine daraus entstandene Installation, die nun als Bühne dienen soll.

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Fritz Eckenga: „Ich träume ganz oft von Ihnen“

Fritz Eckenga ist nervös. Lampenfieber. Kann auch einen so altgedienten Kabarettisten wie ihn erwischen. Dabei sollte eigentlich alles anders sein: Im Gegensatz zu früheren Programmen, die Eckenga eigenen Aussagen zufolge gern mit der heißen Nadel am letzten Abend vor der Premiere zusammengeschrieben hat, wollte er diesmal früher fertig sein. Ach was, er war früher fertig. Ein Programm, so wie es sein sollte, mit all den relevanten Themen der Gegenwart, von Philipp Anthor bis zur Wärmepumpe, von Kriegen und Konflikten, vom Klimawandel und vom Aufstieg der Autokraten. Alles drin, nur mit dem wichtigen Stoff, den Eckenga selbst umtreibt, ohne all die vom Publikum so geliebten Inhalte. Fußballgedichte zum Beispiel. Sind raus.

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Lennard Rosar: Wikinger mit guter Laune

Eigentlich ist er ja ein ganz lieber. Einer, der keiner Fliege was zu leide tun kann. Einer, der sich mit einem Lächeln auf dem Gesicht durch den Dschungel des Finanzamts schlägt, sich eine Reinkarnation als Golden Retriever vorstellen kann und offen sein Faible für „Shopping Queen“ zugibt. Und einer, der angeblich dank seiner Tätowierungen und der langen Mähne oft falsch eingeschätzt wird. Dabei sieht Lennard Rosar gar nicht so wild aus. Aber gut, nur so funktioniert sein erstes Solo-Programm, das er nun auch im Pantheon gespielt hat. In diesem bringt er nämlich den inneren Wikinger unter Kontrolle – und lässt stattdessen (getreu dem Programmtitel) die „Schildmaid“ heraus.

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Crossroads: Ein trügerischer Name

Auf den letzten Abend des WDR Rockpalast Crossroads-Festivals haben vor allem die Stammgäste schon gewartet. Nicht, weil sie das Ende dieser Ausgabe herbeisehnen, in der es neben vereinzelten Glanzpunkten auch die ein oder andere herbe Enttäuschung gab, sondern weil an diesem Samstag die Band mit dem wahrscheinlich skurrilsten Namen in der Crossroads-Geschichte ihre Aufwartung machen sollte. Was für Musik kann man schon von einem Trio namens Acht Eimer Hühnerherzen erwarten? Irgendetwas Unappetitliches? Irgendetwas Verrücktes? Deutschsprachiger Metalcore vielleicht? Nein: Beschrieben wird sie als halbakustischer Nylon-Punk mit „Powerviolence-Folk, Kakophonie und Bindungsangst.“ Was auch nicht sonderlich erhellend ist. Auf jeden Fall haben sich Einige aus dem Publikum nur wegen des Namens ein Ticket gekauft. Und wurden nicht enttäuscht.

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Crossroads: Himmelhochjauchzend und zu Tode enttäuscht

Ein Doppelkonzert mit zwei sich ergänzenden Bands ist beim Crossroads-Festival des WDR Rockpalasts üblich, doch mitunter setzen die Veranstalter auch auf Kontraste. So ausgeprägt wie bei der ersten 2025er-Ausgabe waren die Unterschiede allerdings noch nie spürbar. So ungewollt erst recht nicht. Denn während Botticelli Baby mit ihrer wilden Mischung aus Punk, Jazz, Swing und Balkan-Brass alles richtig machten, perfekt aufeinander abgestimmt sind und jeden Ton treffen, erweist sich der Auftritt von Philine Sonny als absolutes Desaster. Die junge Musikerin und ihre Bandkollegen sind schlichtweg überfordert – und ziehen das Leid noch nur in die Länge.

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Crossroads: Gegen den Strich gebürstet

Der zweite Abend des aktuellen Crossroads-Festivals in der Harmonie ist fest in der Hand von Indie-Bands mit Haltung. Bands, die sich nicht anpassen wollen. Die nicht kuschen, sich nicht anbiedern. Und die trotzdem weit voneinander entfernt sind. Auf der einen Seite die junge, aufstrebende queere Musikerin Mina Richman, die mit einer Wahnsinns-Soul-Rockstimme, einem wuchtigen Sound und viel Leidenschaft wahrscheinlich jede Menge euphorisieren kann, auf der anderen die Sterne, ihres Zeichens Veteranen der so genannten Hamburger Schule und Pfleger eines ganz eigenwilligen Sounds, der manchmal altbacken und eintönig klingt und dann doch wieder mehr Facetten aufweist, als man zunächst gedacht hätte. Eine interessante Mischung, so wie man sie bei Crossroads häufig geboten bekommt, die aber letztlich auf eines hinausläuft: In der ersten Hälfte des Abends kann man Fan werden. In der zweiten höchstens Fan bleiben.

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Crossroads: Melancholie und Morphium

Seit jeher ist das Crossroads-Festival des WDR Rockpalasts, das zweimal im Jahr in der Harmonie aufgezeichnet wird, ein Format zum Entdecken. Zwar sind im Laufe der Zeit auch einige berühmte Künstlerinnen und Künstler nach Endenich gekommen, die Mehrheit war aber nur Eingeweihten bekannt und hoffte durch den TV-Auftritt auf einen Popularitätsschub. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn Peter Flore, der neue Chef der Musiksendung, Crossroads weiterentwickeln, verjüngen und vor allem für andere Genres öffnen will. Gerade läuft in der Harmonie die erste Staffel unter seiner Regie, und schon der erste Abend zeigt, wie spannend die Neuausrichtung sein kann. Auch wenn sie vielleicht nicht jedem gefällt.

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Local Ambassadors: Die Nacht der großen Stimmen

Eine Probe muss reichen. Mehr ist für die Local Ambassadors nicht drin, bevor sie im Pantheon mit insgesamt fünf Gast-Stars aus aller Welt das „Over the Border“-Festival offiziell eröffnen sollen. Eine Probe für fünfzehn Songs, das ist wirklich nicht viel. Aber trotzdem mehr als genug. Denn was die Band um Pianist Marcus Schinkel zusammen mit den verschiedenen Sängerinnen und Sängern auf die Bühne bringt, ist schlichtweg atemberaubend und gilt schon jetzt, da der Konzertreigen gerade erst begonnen hat als einer seiner Höhepunkte. Lieder aus Bulgarien treffen auf solche aus Japan, die Cumbia wird ebenso gewürdigt wie der Fado, und unbändige Energie aus dem Senegal vermischt sich mit fetzigem Posaunenspiel. Was für eine Mischung. Was für ein Spaß.

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Kabarett-Theater Distel: Skripte für Europa

Ach ja, früher. Damals war die Welt noch in Ordnung, heißt es. Sicherer, stabiler oder zumindest vorhersagbarer. Heutzutage ist ein Skript ja schon obsolet, während es noch aus dem Drucker kommt, weil irgendein Politiker mal wieder irgendeine Kehrtwende hingelegt oder irgendein ein Wissenschaftler irgendwas Neues erfunden hat. Da kommt doch keiner mehr mit, selbst das Ensemble des Kabarett-Theaters Distel nicht. Und das will was heißen, immerhin hat es in der mehr als 70-jährigen Geschichte des Hauses immer wieder den Zeitgeist zu fassen und zu kommentieren gewusst. Und jetzt? Ist jeder Abend eine Leseprobe. So auch im ausverkauften Haus der Springmaus, in dem sich die Distelianer in die 90er zurücksehnen – und trotzdem die Gegenwart karikieren.

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BGKO: Über alle Grenzen hinweg

Sie verbindet Nationen, Völker und Menschen, ist universell und emotional: Musik ist eine Sprache jenseits aller Grenzen, die selbst dann verstanden wird, wenn Worte versagen. Dieser Grundgedanke steht schon seit Jahren hinter dem Bonner Weltmusikfestival „Over the Border“ – und passt ebenso gut zum Barcelona Gipsy balKan Orchestra (BGKO), das die diesjährige Ausgabe in der Harmonie eröffnet hat und arabische Gesänge ebenso aufsaugt wie Klezmer, Balkan-Beats und Jazz im Stile Django Reinhardts. Schon das Ensemble umfasst ein halbes Dutzend Nationalitäten, dazu kommt sicherlich die doppelte Anzahl an Einflüssen, wenn das überhaupt reicht. Daraus entsteht eine Melange, die alle anspricht, gerade weil sie sich jeglicher Kategorisierung verweigert und einfach nur Musik ist, ohne irgendwelche Vorzeichen und Einschränkungen. Einen besseren Auftakt hätte sich Veranstalter Manuel Banha insofern kaum wünschen können, zumal das Publikum die Band euphorisch begrüßt hat. Und zwar zu Recht.

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Culcha Candela: Energie trotz Plattitüden

Eines muss man Culcha Candela lassen: Die Jungs wissen, wie man eine Party schmeißt, zumindest wenn sie die Einladung annehmen und sich nicht in den sozialen Medien durch peinliche Reaktionen auf die Anfrage einer 18-Jährigen selbst deklassieren. Ins Kölner E-Werk sind sie auf jeden Fall gern gekommen und schaffen es in Rekordzeit, die Menge im nahezu ausverkauften Saal zum Tanzen und Singen zu bewegen. Umso absurder erscheint es, dass sie auf ihre Frage „Are you ready to party“ noch eine Antwort erwarten. Klar sind alle bereit, das Leben zu genießen und auf die typische Culcha-Candela-Mischung aus Dancehall, Hip-Hop und Reggae – neuerdings sind sogar noch Schlager-Elemente herauszuhören – mit frenetischem Jubel zu reagieren. Dass dabei manche Lieder ein recht pubertäres, sexistisches Frauenbild propagieren, ignorieren die Fans dabei. Dass die Band damit ihre eigenen gesellschaftskritischen Lieder zu demontieren droht, leider auch.

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Rock 4: Ein Konzert mit vollem Risiko

„Is this the real life? Is this just fantasy? Caught in a landslide, no escape from reality.“ Mit diesen ersten Zeilen ist eigentlich klar, was folgen wird: Ein bombastischer Abend mit zahlreichen großen und kleinen Hits von Queen und zugleich eine beträchtliche Herausforderung für Rock 4. Das A-cappella-Quartett aus den Niederlanden hat den 50. Geburtstag des Albums „A Night At The Opera“ zum Anlass genommen, dieses in den Mittelpunkt ihrer aktuellen Tour zu stellen, natürlich inklusive von „Bohemian Rhapsody“, dem wohl berühmtesten Stück von Freddy Mercury und Co, das die Vier im Pantheon gleich zweimal singen, ganz reduziert am Anfang und mit voller Wucht am Ende. Und dazwischen? Wird es noch besser.

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Lydia Benecke: Emotionale Puppenspieler

Sektenanführer, Betrüger und andere Manipulatoren nutzen psychologische Mechanismen, die im Grunde bei jedem funktionieren: Das zumindest behauptet die Kriminalpsychologin Lydia Benecke. Wenn die eigenen Träume und Hoffnungen bestätigt und positive Gefühle verstärkt werden, wenn der Verstand vom Glauben und von Gefühlen überwältigt wird und eine emotionale Abhängigkeit entsteht, ist es mit der Rationalität vorbei. „Die Opfer sind weder besonders leichtgläubig noch dumm“, betont Benecke – und versucht, die psychologischen Mechanismen und Strategien zu erklären, damit die Menschen rechtzeitig hellhörig werden und sich schützen können. Im proppevollen Haus der Springmaus hat die 42-Jährige nun einen Vortrag über Hochstapelei, Betrug und Gaslighting gehalten, der an manchen Stellen ausuferte, zugleich aber viele spannende Erkenntnisse bot.

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Politischer Aschermittwoch: Die Qual der Wahl

Karneval ist vorbei, die harsche Realität ist zurück, und die sieht ja alles andere als rosig aus. Der einstige Anführer des globalen Westens, die USA, demontiert sich unter Trump selbst und schießt gleichzeitig einem Alliierten nach dem anderen in den Rücken; die EU sucht nach Antworten und kennt zum Teil noch nicht mal die dazu passenden Fragen; und in Deutschland ist der gesamte Osten nicht länger rot, sondern blau, während Friedrich Merz versucht, sich als entscheidungsfreudiger Kanzler in spe zu generieren und damit einige eigene markige Sprüche zu kaschieren. Keine leichte Situation für ernsthafte Kabarettisten, die angesichts der metaphorischen Elefanten im Porzellanladen der Vernunft und der Moral ihre Programme gar nicht so schnell anpassen können. Aber sie versuchen es – und können beim politischen Aschermittwoch im Pantheon durchaus punkten.

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Max Mutzke: Ganz privat und ganz weit weg

Eine traumhafte Band, ein charmanter Gastgeber und eine Ikone als Überraschungsgast: Eigentlich hätte Max Mutzke sein neuestes „and friends“-Konzert nicht besser planen können. Ausgerechnet am Karnevalssonntag, an dem die Begeisterung für kölsche Musik bei jedem Rheinländer (ob mit oder ohne Kostüm)  unweigerlich ihren Zenit erreicht, gelingt es ihm im Rahmen von „Quatsch keine Oper“, Wolfgang Niedecken auf die Bühne der Bonner Oper zu holen, um mit ihm mehr als zwei Stunden zu plaudern und zu singen. Was für eine Kombination; schon beim Erscheinen des 73-Jährigen erhält er stehende Ovationen. Die Erwartungen sind hoch, verständlicherweise. Und tatsächlich erweist sich der Abend – trotz einiger musikalischer Abstimmungsprobleme im Hintergrund – auf emotionaler Ebene für viele Besucherinnen und Besucher als Höhepunkt der Saison.

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VORBERICHT: „Making the Story“ am Schauspiel Köln

Für Journalisten allgemein und für Kriegsberichterstatter im Besonderen gilt die Prämisse, das man nah dran sein muss am Geschehen, um Reportagen schreiben zu können. Ohne Gespräche mit Augenzeugen und Fotos von in Trümmern liegenden Städten sind die Schrecken eines solchen Konflikts nur schwer erzählbar. Doch vor allem die Redakteure aus dem Ausland brauchen Hilfe vor Ort, Menschen, die vermitteln können und Türen öffnen, die sonst verschlossen bleiben würden.  In der Ukraine sind dies die so genannten Fixer. Sie organisieren Reisen, schätzen das Risiko ein, übersetzen und geben so Impulse für das Narrativ, das in die Welt hinausgetragen wird. Nun hat das Kölner Theaterkollektiv Futur3 diesen Personen mit dem Rechercheprojekt „Making the Story“ ein Denkmal gesetzt. Am 13. März findet die Uraufführung in Depot 2 des Schauspiels Köln statt.

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Franz Ferdinand: Keine Angst vorm Springen

Vor 20 Jahren waren Franz Ferdinand ganz oben. Die Schotten katapultierten sich damals an die Spitze des Britpop, indem sie Elemente des New Wave und des Rock hineinmischten, ein paar dunkle Elemente hinzumischten und das Gaspedal durchdrückten, um einen herrlich tanzbaren und gleichzeitig krachenden Sound zu schaffen. Die Position an der Spitze haben die Thronfolger – Franz Ferdinand benannten sich nach dem habsburgischen Thronfolger, dessen Ermordung in Sarajevo 1914 zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte – inzwischen nicht mehr inne, live sind sie aber weiterhin für eine Party gut. Auch mitten im Karneval. Und so lockt die Band ein buntes Publikum in die Kantine, Teenager ebenso wie Mittfünfziger, schwarzgewandete Semi-Goths ebenso wie den ein oder anderen Jecken, die alle nur das eine wollen: Spaß. Was sie auch bekommen.

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Max Mutzke: Tränen der Erinnerung

Eigentlich ist Max Mutzke ja eine Frohnatur. Der charismatische Soul-Sänger gibt auf der Bühne oft den Optimisten und Mutmacher, einen, der die Welt umarmen möchte, damit es ihr wieder besser geht. Diese Haltung vertritt er auch in seiner Autobiographie „So viel mehr“, zeigt sich zufrieden mit seinem Leben und dankbar für viele schöne Erfahrungen – doch gleichzeitig verarbeitet er persönliche, familiäre Tragödien, die ihn bis heute beschäftigen und mitnehmen. Bei einer Lesung in der Volksbühne am Rudolfplatz konnte der 43-Jährige mehr als einmal die Tränen nicht zurückhalten, während er von seiner Mutter und seinem Adoptivbruder Steffes erzählt, die beide viel zu früh aus dem Leben geschieden sind und deren Geschichten einen Kontrast zu den sonstigen Erlebnissen des jungen Max in der Abgeschiedenheit des Schwarzwalds bilden. Es ist ein Abend voller Anekdoten und bewegender Erinnerungen, emotional, herrlich komisch und natürlich voller Musik, kurzum eine Lesung mit Herz und Klang, wie sie ehrlicher kaum sein konnte. Und die Lust auf mehr machte.

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„Der Tatortreiniger“: Mord oder Maserati

Eine mörderische Seniorin, eine Hochschwangere mit einem ungewöhnlichen Geschmack für Namen und eine geisterhafte Psychotherapeutin: Heiko „Schotti“ Schotte lernt in seinem Beruf mitunter ganz schön seltsame Gestalten kennen. Was zu teils sehr skurrilen Gesprächen zwischen dem Tatortreiniger und seinen Klientinnen führt. Nicht zuletzt deswegen ist die nach seinem Beruf benannte Fernsehserie mit Bjarne Mädel in der Hauptrolle längst Kult. Darauf greifen inzwischen verschiedene Ensembles zurück, die ein paar Episoden von Drehbuch-Autorin Mizzi Meyer für die Bühne adaptiert haben. Auch das Contra-Kreis-Theater hat ein Trio engagiert, das mit Witz, Charme und starken Texten begeistert.

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Jakob Manz und Johanna Summer: Jungstars mit Gästen

Seit vielen Jahren geistert immer wieder ein Gerücht durch die Musikwelt: Der Jazz in Deutschland ist tot, heißt es da, das will doch niemand mehr hören, geschweige denn spielen. Ein Vorurteil, das leicht zu widerlegen ist angesichts der zahlreichen aufregenden Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen Jahren ins Rampenlicht getreten sind. So wie Jakob Manz und Johanna Summer. Die beiden Ausnahmetalente haben gerade erst ihr zweites Album „Cameo“ veröffentlicht, auf dem sie sich nicht nur auf Augenhöhe begegnen, sondern ihre Gegenüber zum Fliegen bringen. Jetzt war das Duo bei der Dottendorfer Jazznacht zu Gast – und beweist, dass die Aufnahmen nur ein Vorgeschmack auf die glänzende Zukunft ihrer Zunft sind.

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„Freischwimmen“: Ein Becken voller Möglichkeiten

Keine Vorgaben, keine Ansagen und einfach nur Lust am Spiel: Das zeichnet das Format „Freischwimmen“ aus, das seit Beginn der Spielzeit 2025/2026 einmal pro Monat in der Werkstatt-Bühne beim Opernhaus stattfindet. Es ist eine Spielwiese, für das Ensemble ebenso wie für die Regie-Assistenten des Hauses: Gemeinsam können sie ihre wildesten Theater-Fantasien ausleben und Ideen ausarbeiten, die es ansonsten wahrscheinlich nicht auf den Spielplan schaffen würden. Zu Unrecht, zumindest wenn man den 60-Minüter als Maßstab legt, der am vergangen Samstag gezeigt wurde.

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„Kohlhaas“: Galoppierender Populismus

Was ist Gerechtigkeit? Ein soziales Konstrukt, eine kodifizierte Sammlung von Werten und Normen, die das Zusammenleben regelt und die verschiedenen Rechtserwartungen zweier oder mehrerer Parteien gegeneinander abwiegt? Ein quid pro quo, ein Auge um Auge? Wer entscheidet, was gerecht ist, und wer darf einfordern, was rechtens ist? Wie viel ist ein stolzer Rappe wert, der verkauft werden soll, wie viel, wenn er als Ackergaul geschunden wurde? Und was ist mit einem Menschenleben? All diese Fragen spielen bei Kleists „Michael Kohlhaas“ eine entscheidende Rolle. Er, der ehrbare Pferdehändler, wehrt sich gegen die Willkür eines selbstgefälligen Junkers, hofft auf die Gerichte und die Urteile der Landesfürsten – und nimmt schließlich das Recht selbst in die Hand, was eine Spirale der Gewalt entfacht, in der die Gerechtigkeit qualvoll zugrunde geht. Nun hat das Theater Bonn den Stoff aufgenommen und in „Kohlhaas (Can’t Get No Satisfaction)“ mit dem gesamten Spektrum des gesellschaftlichen und politischen Protests verknüpft, was zu einigen interessanten Lesarten führt. Und zu teils abstrusen Szenen.

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Helene Bockhorst: Eine Frau mit verborgenen Talenten

Wenn Helene Bockhorst den Mund aufmacht, entsteht schnell der Eindruck, dass der Abend lang werden könnte. Sehr lang. Da steht eine Frau auf der Bühne, die man vielleicht als graues Mäuschen bezeichnen könnte, wenn sie nicht einen quietschbunten Ganzkörperanzug tragen würde, und erzählt mit monotoner und träger Stimme von Pferden, Live-Hacks, ihrem Sex-Leben und ihren Lieblingserinnerungen an die Kreide- beziehungsweise Schulzeit. Na, das kann ja heiter werden. Doch der erste Eindruck täuscht. Denn hinter der scheinbar schüchternen Person verbirgt sich ein gewitzter Verstand, der geschickt die Form der Stand-Up-Comedy nutzt, um mit Erwartungen zu jonglieren. Was besser klappt als mit Bällen.

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Steffi & ihre Radiofreunde: Hinter Hörfunk-Kulissen

Was nicht gesendet wird, ist häufig genug am lustigsten: Das behauptet zumindest die WDR2-Moderatorin Steffi Neu. Eine Aussage, die angesichts der sehr beschränkten Radiozeit nicht allzu verwunderlich ist, aber dennoch eine Verifizierung verdient hat. Nicht zuletzt weil dann der Spaß erst so richtig losgehen kann. Also hat Frau Neu kurzerhand den Fußball-Experten Sven Pistor, den Notfall- und Lungenfacharzt Doc Esser sowie den Kabarettisten und Sprach-Parodisten René Steinberg eingeladen, mit ihr zusammen auf die Bühne der Springmaus zu gehen und mal jene Gespräche zu führen, die sonst zu kurz kommen. Was tatsächlich überaus unterhaltsam ist. Vor allem dann, wenn die vier auf Skripte verzichten. Und einfach drauflos reden.

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Götz Alsmann: Archäologe des deutschen Schlagers

Es ist nicht ganz ungefährlich, sich mit deutschem Schlager zu beschäftigen. Auf der einen Seite drohen die Auswüchse von Ballermann- und Après-Ski-Partys den guten Geschmack zu überwältigen, auf der anderen ist der Weg in die Katakomben gewisser Musik-Institutionen nicht gerade sonderlich besucherfreundlich. Zumindest, wenn man Götz Alsmann glauben darf, der auf Einladung der Springmaus wieder in der Bundesstadt weilt. Der 67-jährige Entertainer ist ja längst eine Koryphäe für die deutschsprachige Musik der 1950er und 1960er Jahre, für die alten Ufa-Hits und für das, was man als Soundtrack der Wirtschaftswunderzeit bezeichnen könnte. Doch was er während seines Konzert in der Bonner Oper erzählt, lässt seinen Einsatz für dieses längst vergessene Liedgut in einem neuen Licht erscheinen.

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Tino Bomelino: Prophet des Untergangs

Die Welt bricht aus den Fugen. Wissen wir alle. Ist den meisten aber egal. Man kann eh nichts ändern am Klimawandel, am ökonomischen Ungleichgewicht und dem ganzen anderen Mist, also was soll’s. Nach uns die Sintflut. Obwohl: Wenn man Tino Bomelino Glauben schenkt, muss sich die Menschheit über die genannten apokalyptischen Szenarien keine Sorgen machen. Weil sie schon vorher untergeht, abgeschafft durch die sich selbst optimierende Künstliche Intelligenz, die schon in ein paar Jahren soweit sein könnte, um alle anderen Katastrophenschutzpläne über den Haufen zu werfen. Glück gehabt, dann können wir ja weitermachen wie bisher. Doch genau das will der 40-jährige Comedian mit dem Haarschnitt von Olaf Schubert, dem Musikverständnis von Helge Schneider und der Einstellung von Nico Semsrott verhindern – und tut sein Möglichstes, um sein Publikum bei einem Besuch im Haus der Springmaus zu beunruhigen.

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Jean-Philippe Kindler: „Da hab ich keinen Bock drauf“

In Jean-Philippe Kindler brodelt es. Einen Tag nach der schicksalsträchtigen Abstimmung im Bundestag, in der Friedrich Merz die von ihm so oft gepriesene Brandmauer gegen die AfD mit einem Antrag einriss, der auch von Donald Trump hätte stammen können, kann sich der gebürtige Duisburger im Pantheon nicht so recht entscheiden, was er jetzt machen soll. Eigentlich, so gesteht er, hat er auf den ganzen Mist keinen Bock mehr, auf die verlogene Politik, auf all die Angst und all den Hass und all den radikalen Egoismus, der in der Gesellschaft brodelt und die Idealvorstellung vom Sozialstaat immer stärker erodiert. Andererseits aber will er nicht schweigen.

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Vocaldente: Bieder und genial zugleich

Eigentlich wäre ein Geburtstagsständchen angebracht gewesen: Vor nunmehr 20 Jahren haben sich fünf Mitglieder des renommierten Knabenchors Hannover entschlossen, dem klassischen Gesang den Rücken zu kehren und sich stattdessen der a-cappella-Musik zuzuwenden. Mit Erfolg, wie diverse Auszeichnungen in den ersten vier Jahren und eine treue Fan-Gemeinde beweisen. Allerdings sind die konservativen Ursprünge bis heute essentieller Bestandteil der DNA von Vocaldente, auch wenn von den Gründungsmitgliedern nur noch Tobias Kiel übrig ist. Der traditionelle Gesangsstil und die biederen, mitunter sehr bemühten Moderationen sind bei ihrem Jubiläumskonzert im Haus der Springmaus auf jeden Fall auffällig, geben sich aber zum Glück im Laufe des Abends – und als sich das Quintett endlich weitgehend aus den Fesseln der Vergangenheit befreit hat, zeigt es seine wahre Brillanz.

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„Am Königsweg / Endsieg“: Überladenes Gezwitscher

Er ist wieder da! Der König in rot, der Erlöser, der das Land einigen will. Oder peinigen? Reinigen? Wer weiß das schon. Elfriede Jelinek denkt alle drei Varianten auf jeden Fall mit: In ihrer druckfrischen Ergänzung zu dem 2016 geschriebenen Theaterstück „Am Königsweg“, das im Schatten der ersten Präsidentschaft von Donald Trump entstand und mit „Endsieg“ betitelt wurde, kommentiert sie bissig – und auch offenkundig enttäuscht – dessen Wiederwahl und sieht schon die Welt in Flammen stehen. Kein Wunder also, dass Regisseurin Katrin Plötner, die erstmals beide Werke zusammenbringt, für ihre Inszenierung am Schauspiel Bonn genau dieses Bild für die ansonsten weitgehend nackte Bühne des Schauspielhauses Bad Godesberg gewählt hat. Sonderlich überraschend ist das nicht. Was ohnehin für weite Teile des Jelinkschen Textkonvoluts gilt, das sich zwei Stunden lang über den Zuschauern ergießt – und leider wenig Neues bietet.

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Sia Korthaus: Nostalgie mit Bambi

Ein bisschen Reh geht immer. Ein kleines Geweih, ein paar Wortspiel-Verse mit besagtem Paarhufer, schon ist der nächste Übergang geschafft. Ist schließlich nicht immer einfach, wenn das Programm „Wilder Wechsel“ heißt und dazu der Bogen von nostalgisch verklärten Schlager-Prägungen über auf alte Werbeslogans bis hin zu Geschäftsideen auf einer Hallig, den Herausforderungen der Wechseljahre und dem Familiengeflecht des „Bergdoktors“ geschlagen werden soll. Doch Sia Korthaus kriegt das hin. Irgendwie. Jetzt war die Kabarettistin (mit und ohne Reh) im Rahmenprogramm des Kleinen Theaters zu Gast – und brachte mit charmanten, teils bissigen Komentaren und dem ein oder anderen geschickten Rollenwechsel tatsächlich alles zusammen.

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Henrik Freischlader: Blues im Blut

Technisch war Henrik Freischlader schon immer herausragend. Der 42-jährige Gitarrist jagte schon vor beinahe 20 Jahren überaus versiert über die Saiten und begeisterte seine Fans mit einem starken Solo nach dem anderen. Doch das Gespür für die Seele der Musik, ist ihm – ähnlich wie bei Joe Bonamassa – zwischenzeitlich verloren gegangen. Nach der Corona-bedingten Zwangspause hat er sich aber neu aufgestellt und sich auf seine Wurzeln besonnen. Hat geholfen: In der restlos ausverkauften Harmonie erweist sich Freischlader auf jeden Fall so stark wie schon lange nicht mehr und begeistert mit frischem, leidenschaftlichen Bluesrock vom Feinsten.

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Jeff Cascaro: Sexy Soul Clap führt zum Höhepunkt

Urbaner Soul: So bezeichnet Jeff Cascaro den ihm eigenen Sound, in dem sich Blues und Jazz mit der Musik von Marvin Gaye und Ray Charles mischt und für den er sowohl von Fans auch auch von Kolleginnen und Kollegen geschätzt wird. Jetzt ist der 57-Jährige zur Dottendorfer Jazznacht gekommen, mit einer hochkarätigen Band (Bassist Christian von Kaphengst, Pianist Billy Test und Drummer Hans Dekker) und jeder Menge Leidenschaft, um die Bundesstadt zur „Soul City“ zu machen. Was auch gelingt, dank eines engagierten, leidenschaftlichen Publikums, herrlich groovenden Songs – und einer ganz besonderen Art des Klatschens.

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Kat Frankie: Körperwelten im Oktett

Acht Stimmen, acht Frauen, acht Körper, sonst nichts. Nur reiner Harmoniegesang abseits des Mainstreams, vielschichtig, komplex, eigenwillig, schön – und schwer zu fassen. Was die australische Musikerin Kat Frankie mit ihrem Projekt „B.O.D.I.E.S.“ präsentiert, lässt sich längst nicht so einfach beschreiben, wie es die Schlagworte vorgaukeln. Ja, es ist ein A-Cappella-Konzert, das sie und ihre sieben Mitstreiterinnen (eine davon die Kölnerin Barbara Greshake) in der Philharmonie Köln geben, doch mit Pop-Formationen wie den Wise Guys oder OnAir hat ihre Musik nichts zu tun. Auch nicht mit Singer-Songwriting im herkömmlichen Sinn, obwohl Kat Frankie gerne in diese Schublade gesteckt wird, weil sie meistens solo und nur mit Akustikgitarre auftritt. Stattdessen entzieht sich die 46-Jährige konsequent jeglichem Versuch einer Kategorisierung, experimentiert mit Klangwelten, mit Erzählstrukturen und mit der hohen Kunst der Reduktion und lässt daraus Musik erwachsen, die ihre Zuhörerinnen und Zuhörer fordert, die ganz bewusst und sehr konzentriert gehört werden muss und die zugleich so faszinierend ist, dass man sich ihr kaum entziehen kann.

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Männer, die aufs Wasser starren: Witze vom Riff

Tiefgang? Nicht an diesem Abend. Keine Chance. Dafür sind Nico Flathmann und Joschka Traue nicht zu haben. Immerhin sind sie die Männer, die aufs Wasser starren, zumindest in den sozialen Medien die ungekrönten Könige der Flachwitze und leidenschaftliche Sammler möglichst simpler Pointen von den flachen Riffen des Humors. Ein Beispiel? „Ich hab neulich mit meinem Hund Frisbee gespielt. Hat nicht geklappt. Ich glaube, ich brauche einen flacheren Hund.“ Klingt albern, ist es auch, zumal sehr viel mehr nicht zu erwarten ist. Aber genau das kommt an, wie das restlos ausverkaufte Pantheon zeigt – ein beeindruckender Erfolg der beiden Nordlichter auf ihrer ersten Deutschlandtour. Und auch wenn bei ihrem Auftritt nicht sonderlich viel Wasser unterm metaphorischen Kiel ist, ist das Publikum begeistert, von den beiden schlagfertigen Akteuren, vom Spiel mit Doppeldeutigkeiten, vom schlichten Konzept. Und vom Mett. Worüber noch zu reden sein wird.

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Sebastian Koch & Daniel Hope: Suche nach dem Paradies

Ach ja, das Paradies. Das mythische Land, wo Milch und Honig fließen, wo man frei von Sorgen und Leiden leben kann so wie einst die ersten Menschen im Ur-Zeitalter der Unschuld. Die Rückkehr dorthin ist ein elementarer Bestandteil zahlreicher Religionen und Kulte und literarischer Topos par excellence. Jetzt haben sich Schauspieler Sebastian Koch und Stargeiger Daniel Hope diesem Thema angenommen und eine ganz besondere Lesung gestaltet, die jetzt auch im Rahmen von „Quatsch keine Oper“ in Bonn zu erleben war. Zwischen gefürchteter Dystopie und ersehnter Utopie, zwischen dem verlorenen und dem längst wiedergefundenen Garten Eden skizzieren die beiden Künstler mit Texten von Ovid bis Elfriede Jelinek und Werken von Bach bis Schulhoff einen reizvollen Blick der Sehnsucht, der keiner weiteren Erläuterung bedarf.

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